Samstag, 15. Juli 2017

Wirklich Grundeinkommen?

https://www.grundeinkommen.de/08/07/2017/mit-dem-grundeinkommen-zur-befreiung-von-der-arbeit.html

Phasenweise hatte ich den Eindruck, er würde sich in seinen Äußerungen über die Grundeinkommens-Befürworter und das Grundeinkommen selbst, lustig machen, und mit ironischen Verdrehungen und überspitzten, unrealistischen Darstellungen einer Grundeinkommens-Welt, diesen Ansatz einer Lächerlichkeit preisgeben wollen.

Robert Ulmer nutzt den Begriff des »Glücks« im Zusammenhang mit der Beschreibung einer Grundeinkommens-Gesellschaft inflationär. Der »glückliche« Grundeinkommens-Bezieher. – Dabei geht es darum überhaupt nicht. – Durch derlei Bezeichnungen macht er die Grundeinkommens-Gesellschaft zu einer Karikatur.

»Ein glückliches Leben, ein glückliches arbeitsloses Leben, die glückliche Leistungsverweigerin, die glücklichen Arbeitslosen, Menschen wollen glücklich sein, Welt, in der auch Nichtsnutze .. glücklich werden können, Glück ohne Arbeit«.

Statt nüchtern und sachlich festzustellen, dass die Menschen mit einem Grundeinkommen ihre Würde zurückerhalten, und existenziell gesichert sind, beschreibt Ulmer eine abstruse Phantasiewelt. »Möglichkeit absichtlicher Leistungsverweigerung, .. rauf mit den Ansprüchen, unverdiente .. unproduktive Faulheit, Menschen wollen .. wichtig, bedeutend sein, sie wollen Anerkennung, Liebe, Lust.

Was haben derlei Gedanken mit dem Grundeinkommen zu tun. Nichts?

Scheinbar gehört er selbst nicht zur Grundeinkommens-Bewegung. Diese sei »problematisch«, denn, für viele entscheidet sich die Befürwortung eines BGE am „Menschenbild“, und zwar an einem Menschenbild, wonach Menschen auch ohne Druck fleißig arbeiten.

Von »fleißig« arbeiten redet nur er. Auch da wieder eine unnötige Übertreibung. Warum nicht einfach von »arbeiten« sprechen? Das Bedingungslose Grundeinkommen (bGE) bewirkt eine Befreiung vom Arbeitszwang. Darum geht es!

Auch ist nicht sicher, wer ein bGE-Befürworter ist. Nur weil jemand ein Pilot-Projekt zum Grundeinkommen macht, um zu testen, ob jeder weiterhin brav arbeiten geht, sind solche Leute noch lange keine bGE-Befürworter. Und selbst jener, der von sich sagt, er sei bGE-Befürworter, ist damit mitnichten einer. – Ob jemand wirklich für das Bedingungslose Grundeinkommen sich einsetzt, zeigt sich im konkreten Tun und über die Äußerungen zu diesem Thema, über die Zeit, über einen längeren Zeitraum. - Und wir können jederzeit unsere Meinung ändern. Wer gestern noch ein Grundeinkommens-Befürworter war, kann morgen schon ein Gegner sein, weil er zu »neuen Erkenntnissen« gelangte.

Werden die Menschen zu Jobs genötigt, »die sie hassen«? Oder ist das wieder eine dieser Übertreibungen und Verdrehungen, in Ulmers Text. Mit Hartz4 werden die Menschen zu Jobs genötigt. Punkt. Was soll dieser Zusatz »die sie hassen«? – Mit einem Grundeinkommen wird diese Nötigung beendet. Punkt. – Wozu dann diese beschreibende Übertreibung und Verfälschung der Wirklichkeit?

Sehr gut zu diesem zynischen, sarkastischen Beitrag von Rober Ulmer, passt sein letzter Punkt 18. Das Grundeinkommen gibt es nur, wenn keine größeren Katastrophen geschehen werden. - Ja, klar. - Oder wünscht sich Ulmer, dass dieses »Projekt Grundeinkommen« noch gestoppt wird?

Donnerstag, 29. Juni 2017

Irgendwie seltsam

Herr Opielka ist Gründungsmitglied beim Netzwerk Grundeinkommen. Also ist er sicher schon mehr als 10 Jahre mit dem Thema »Grundeinkommen« beschäftigt. – Und jetzt, bei einer Fernsehdiskussion über das bGE, ist er nicht in der Lage, die Finanzierung des Grundeinkommens zu erklären. Das ginge nicht im Fernsehen. – Echt?

»1000 Euro für jeden – Wie sinnvoll ist das Grundeinkommen?« - phoenix Runde vom 27.06.2017

Meint er jetzt die betriebswirtschaftliche Rechnung des Finanzministers oder die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung und ihre allgemeine Ableitung?

Das Letztere ist Grundlage jeder Grundeinkommens-Diskussion. – Diejenigen, die ein Grundeinkommen wollen, müssen es schon verstehen, wie das möglich ist. Sonst bleibt es »Zauberei« und könnte zu jeder Zeit als »nicht mehr realisierbar« beendet werden.

Herr Opielka saß als »Befürworter« des Grundeinkommens in der Diskussionsrunde und ich hatte manchmal den Eindruck, sein Verhalten käme eher den Grundeinkommens-Gegnern zugute, als der Grundeinkommens-Idee.

Nein, er konnte nicht »im Fernsehen« die Finanzierung des Bedingungslosen Grundeinkommen (bGE) erklären, aber der andere »Befürworter« konnte das mit wenigen Worten, für den Großteil der Finanzierung des bGE. Oder wollte Herr Opielka sich nicht zur Finanzierung äußern, weil er anderer Meinung war, als Herr Häni?

Das führt zu einem weiteren Punkt der Analyse: Die unterschiedlichen Sichtweisen der Grundeinkommens-Befürworter auf »ihr Thema«.

Grundeinkommens-Befürworter sind nicht einer Meinung, wie das Grundeinkommen betrachtet werden soll. Es gibt unterschiedliche Sichtweisen bezüglich der Frage der Finanzierung. Es gibt unterschiedliche Herangehensweisen an das Thema.

Wenn also zwei »Befürworter« des Grundeinkommens eingeladen werden, ist noch lange nicht gesagt, dass sie »mit einer Zunge« sprechen.

Ist das zum Nachteil der Grundeinkommens-Idee? Nein, bestimmt nicht. Die Einheitsmeinung ist doch eher typisch für die Staatsanhänger. – Aber es zeigt auch, dass die Grundeinkommens-Interessierten und Grundeinkommens-Befürworter sich selbst fragen müssen, wofür stehe ich eigentlich? Welches Grundeinkommen vertrete ich?

Derlei Umstände können also mehr zur Klärung der eigenen Position beitragen.

Dienstag, 20. Oktober 2015

Schattenspiele

Ich finde es gut, dass alle eine Chance zur Rehabilitation haben. Und wer heute sich für Demokratie ausspricht und vielleicht damals bei der Volkspolizei jemanden an der Grenze erschossen hat, weil er aus dem Land fliehen wollte, der hat sich offensichtlich gewandelt.

Und es kann jemand sich für mehr Menschlichkeit einsetzen, die Menschenwürde hochschätzen, obwohl er damals sich für das Unrecht ausgesprochen, und für die Wiedereinführung der Zwangsarbeit in Deutschland gestimmt hat.

Aber bleibt da nicht ein Makel zurück. - Erst recht, wenn derjenige den Verhältnissen, die damals das Unrecht ermöglicht haben, verbunden bleibt?

So haben diese Personen doch etwas Chamäleonhaftes.

Finanzierung des Grundeinkommens

Grundsätzlich sehe ich zwei große Quellen der Finanzierung für ein Grundeinkommen: die durch einen Wegfall spezifischer Sozialleistungen und der entsprechenden Bedarfsprüfungsbürokratien freiwerdenden Mittel und die Erhöhung von Verbrauchssteuern und Steuern auf leistungslose und sehr hohe Einkommen.

http://enorm-magazin.de/bge-fuer-eine-nachhaltige-entwicklung

Ja, das sind interessante Überlegungen.

  • »Freiwerdende Mittel«, bei der Umstellung auf ein Grundeinkommen.
  • Erhöhung der Verbrauchsteuern
  • Höhere Steuern auf »leistungslose« und sehr hohe Einkommen.

Einzig bei den Verbrauchssteuern wäre zu ergänzen, dass sie ja eh schon so konzipiert sind, dass sie eine Feinjustierung ermöglichen. - Also sollte diese Möglichkeit auch genutzt werden.

Mittwoch, 8. Juli 2015

Welche Bedeutung haben »Pilotprojekte« für das Grundeinkommen.

Sascha Liebermann schreibt in seinem Beitrag die Gründe auf, die gegen Feldversuche sprechen. - Und Forscher trafen sich in Florenz, um das Grundeinkommen zu thematisieren.

Als Fazit sehe ich dies:
Wer ein Pilotprojekt machen will, tut das. Sei es als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einer Universität oder als Professor, sei es als Mitarbeiter einer Stadtverwaltung oder sonstigen Institution, wenn die organisatorischen und finanziellen Möglichkeiten dafür vorhanden sind.

Alle anderen Personen wissen Gründe, warum sie solche Pilotprojekte nicht begleiten wollen.

Feldexperimente zur Erprobung eines Bedingungslosen Grundeinkommens – aussagekräftig oder zweifelhaft?

florenz Bedingungen in der Einführung der Bedingungslosigkeit?

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Ich oder die anderen

Unsere Leipziger Initiative ist im Bundesdeutschen Netzwerk Grundeinkommen eingetragen. Somit wurden wir auch zum Regiotreffen Ost eingeladen. Mit uns drei Personen aus Leipzig waren wir insgesamt 20 Leute.
Am Vormittag tauschten sich die Initiativen über ihre Aktionen aus und Reimund Acker berichtete den Teilnehmern von der Arbeit des Netzwerkes. Auch wurde die Broschüre ‚Mehr Freiheit durch Grundeinkommen‘ vorgestellt. Wir haben diese schon während der Degrowth-Konferenz und in der Woche des Grundeinkommens in der Stadt Leipzig verteilt (Bericht folgt).

http://bge-initiative-leipzig.blogspot.de/

Ja, so sind die Personen gleich in einer Organisation mit eingebunden und deren »Vordenker« entwickeln Flyer, die dann andere verteilen. - Ist das nicht ähnlich wie in der »Partei«.



Wie auch immer, eine Grundeinkommens-Gesellschaft braucht Menschen die selbst denken.

Warum entwickele »ich« nicht meine eigenen Unterlagen und Informationsschriften und verteile sie am Infostand. Wäre das nicht viel passender? - So aber haben wir wieder die alte Vereinsmeierei und Organisationskultur, die typisch für die Vergangenheit ist und nicht die Anforderungen einer modernen, auf individuelle Selbstbestimmung ausgerichteten Gesellschaft erfüllt.

Dann halt in zehn, zwanzig Jahren. - Wir haben ja Zeit. :-|

Das Universum kann warten. :D

Mittwoch, 9. April 2014

Klassenkampf ist sowas von altbacken

http://aktuelles.archiv-grundeinkommen.de/

8.4.2014: Eine Mail:
»... Der Beitrag im Bayerischen Fernsehen hat dazu beigetragen, ..............

Sorry. Aber ein irgendwie »latschiger« Beitrag aus Ulm.

Der Herr (? Name nicht bekannt) schreibt »viele Wissenschaftler und Initiativen sich für ein Grundeinkommen engagierten«. Das weiß ich auch, dass viele zum Grundeinkommen was zu sagen haben. Deswegen ist das aber noch lange nicht interessant, was diese Leute von sich geben. Und wem man seine Aufmerksamkeit schenkt, ist nun einmal »frei gewählt«.

Sich darüber zu beklagen, dass man nicht beachtet wird, ist schon ein bisschen dreist naiv. Liegt es an den eigenen Beiträgen und Inhalten? Auch ich schaue mir kaum noch die Götz-Werner-Statements an. Aber nicht, weil ich nichts davon halte, sondern weil ich die Positionen von Herrn Werner bald auswendig kann und bei den meisten seiner Aussagen zu 99% ihm zustimme.

Aber bei vielen der anderen Protagonisten, insbesondere wenn sie wieder mal von den »Modellen« erzählen, wo doch in Wirklichkeit weit und breit (zurecht!) nur die Konzeption von Herrn Werner diskutiert wird, bin ich mir überhaupt nicht sicher, was ich von denen halten soll. - Die meisten Ideen der »Modellierer« wurden bereits diskutiert. Vielleicht liegt es an den Aussagen, dass sich niemand mit diesen Überlegungen anfreunden will.

.... die Schere zwischen Arm und Reich zu schließen und auch die Wohlhabenden über entsprechend gestaltete Steuern zur solidarischen Finanzierung dieser genialen Idee heranzuziehen.

Ja, daher weht der Wind. - Letztlich sollte über das bGE abgestimmt werden. Auch über das Steuersystem. - Die Standpunkte sind hinlänglich ausgetauscht.